Germany From 1871 Until 1930 (In German)
Geschichte Deutschlands
Kaiserreich 1871-1914
Das Reich
• Statistische Angaben zu den deutschen Kolonien
Am 18. Januar 1871 wurde der preußische König Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. Schon bei der Reichsgründung war das "kleindeutsche" Kaiserreich seinen Nachbarn Frankreich und Österreich-Ungarn an Bevölkerungszahl, Fläche, wirtschaftlicher Kraft und militärischer Stärke überlegen. Mit 41 Millionen Menschen im Jahr 1871 war Deutschland der bevölkerungsreichste Staat in Mitteleuropa. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde die industrielle Produktion Großbritanniens überflügelt. Die Konkurrenz beim imperialistischen Streben nach Kolonien und die damit einhergehende Aufrüstung der deutschen Flotte brachten Deutschland immer wieder in Konflikt mit den anderen europäischen Großmächten.
Das Kaiserreich wurde von der Gesamtheit der deutschen Fürsten und Freien Städte als Bundesstaat gegründet. Der Kaisertitel war erblich und lag beim preußischen König, der als Kaiser den Oberbefehl über die gesamte deutsche Land- und Seemacht ausübte. Er hatte das Recht zur Einberufung, Eröffnung und Schließung des Reichstags und ernannte den Reichskanzler, der im Regelfall zugleich preußischer Ministerpräsident war und den Vorsitz im Bundesrat führte. Dem Reichskanzler unterstellt waren die Staatssekretäre als Leiter der Reichsämter. Träger des Gesetzgebungsverfahrens für Reichsgesetze war der Reichstag. Seine rund 400 Abgeordneten wurden in allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen gewählt. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 lehnte sich eng an die des Norddeutschen Bunds an. Dessen Farben waren seit 1867 "Schwarz-Weiß-Rot". Otto von Bismarck übertrug 1870 die Kombination des Hanseatischen "Rot-Weiß" mit dem Preußischen "Schwarz-Weiß" auf das neu zu gründende Deutsche Reich.
Insgesamt bestand das Kaiserreich aus 25...
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